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August 10 - Report II

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Salsa meets Bollywood - Salsakongress Bangalore
von Norbert

Was ist die Erwartung, wenn man zu einem Salsa Kongress in Bangalore geht? Was ist die Erwartung, wenn man zum ersten Mal überhaupt in Indien ist?

Fazit ist: wer noch nie auf einem Salsa Kongress in Indien war, hat sowas auch noch nicht erlebt.

Es gibt durchaus weltbekannte indische Salsa-Stars: Neeraj, Super Mario, Magna - auf dem Salsa-Kongress in Bangalore war keiner von ihnen und auch sonst keine der Topstars, die hier auf fast jedem Kongress zu finden sind. Dennoch waren ausgezeichnete Tänzer da, mit tollen Shows und unterhaltsamen Workshops.

Indien wäre nicht Indien, wenn alles so wäre wie in Europa: eine Web-Seite, die zwei Monate vor dem Kongress mal einen Monat offline war, kein Programm online oder irgendwo zu finden, der Veranstaltungsort wurde erst paar Tag vor Beginn auf der Homepage angezeigt, Uhrzeiten gar nicht – nur der Workshop-Plan war kurzfristig noch zu finden. Antworten auf E-Mail-Anfragen gab es auch nicht, Kongress-Hotline nicht erreichbar, aber es ist Indien: alles geht dann doch irgendwie.

In Bangalore dürfen Parties nur bis 11:30 gehen und am Samstag stand dann auch prompt um 11:30 die Polizei vor der Tür und verlangte, dass die Musik abgestellt wird.

Dafür begann die Party auch schon gegen 7:30 mit Shows. Rund 2000 Zuschauer waren im bestuhlten Saal eines 5-Sterne Hotels. Eine stolze Zahl, wenn man bedenkt das die Eintrittspreise praktisch wie in Deutschland waren. Etwa 1,5 Stunden dauerten die Shows: sehr professionell moderiert, sehr abwechslungsreich: u.a. von Tanzschülern der teilnehmenden Schulen und den Stars der Veranstaltung. Nur die wenigsten Shows waren dabei wirklich Salsa: Hip Hop, Tango, Contemporary, Mischungen aus allem, ... Was aber die Shows der indischen Tänzer auszeichnete, waren weniger spektakuläre Drehungen, dafür Akrobatik, Posen, „Stories“ und viele Elemente aus indischem „Mainstream-Tanz“: Bollywood. All das machte die Shows erheblich interessanter und abwechslungsreicher als das, was normalerweise auf europäischen Kongressen gezeigt wird.

Highlight war aber eine Shows von Jugendlichen und Kindern mit einem Hip-Hop tanzenden Jungen, den Knzo gleich nach Paris zu seinem Kongress einlud.

Kurz nach 9 wurden die Stühle weggeräumt und es konnte getanzt werden: halb auf Teppich, halb auf normalem Tanzboden. Die meisten Leute waren nach den Shows gegangen – so war Platz für die, die selbst tanzen konnten und wollten. Und Indiens Tanzstil der Wahl ist (wie auch die Shows schon vermuten ließen): LA Style! Getanzt wurde so fast ausschliesslich LA/NY Style, kubanisch tanzende habe ich das ganze Wochenende nicht gesehen. Und als Blonder hatte ich mehr als genug Aufmerksamkeit und Tanzpartnerinnen...

Salsa ist hier etwas für Wohlhabende, also die Oberschicht, die „modern“ und recht westlich ist und – wir erinnern uns an die Eintrittspreise: Geld hat; nicht vieles erinnert an die sonstigen Verhaltensregeln, keine Kleidung, die besonders indisch war. Der Hauptsponsor war dann auch passenderweise eine Biermarke. Gefiltertes Wasser gab es umsonst, ansonsten war das Angebot an Getränken äußerst gering.

Der Sonntag war gleichzeitig der indische Unabhängigkeitstag: ein Feiertag mit dem Vorteil, dass die Polizei die Party nicht um 11:30 beendete – sie ging bis 11:45. Die Shows begannen um 7:30 Uhr. Dieses Mal waren rund 2500 Zuschauer im wieder bestuhlten Saal. Das Besondere an den Shows war, dass sie durchgehend miteinander verbunden waren zu einem Musical „Let there be light“, in dem auch die Shows ausländischer Künstler durch schöne kleine sehr traditionell indische Einlagen in das große Ganze eingebettet waren. Im Hintergrund wurden passende Bilder/Landschaften bzw. die Namen der Künstler angezeigt. Das ganze lief ohne jegliche Moderation ab und dauerte rund 1,5 Stunden.

Danach wurden nochmal alle Stars auf die Bühne gerufen und führten den Abschlusstanz vor, der – in Indien sollte einen nichts überraschen – in einem international durchgängig bekannten Kindertanz endete: in Deutschland als „Ententanz“ bekannt.

Nach den üblichen Dankesworten der Veranstalter begann dann nach einer halben Stunde Pause die Party. Während die Stühle abgeräumt wurden, sorgte Knzo für Stimmung und animierte zum Reggaeton/Rumba Tanzen. Danach wurde bis ca. 11:45 überwiegend Salsa, wenig Bachata und 2-3 Lieder Reggaeton am Ende gespielt. Das Licht ging an, die letze Party des Kongresses war vorbei: Verabschieden war angesagt: Abschiedsfotos, Umarmungen zum Abschied, Adressaustausch: eine so freundliche und familiäre Atmosphäre (trotz der hohen Anzahl an Teilnehmern) habe ich auf Kongressen in Europa noch nicht erlebt.

Auch aus tänzerischer Sicht ein überzeugender Kongress: Auch hier gibt es sehr, sehr viele sehr gute Tänzer. Und das die großen Topstars des Salsas fehlten, war auf keinen Fall ein Nachteil. Im Gegenteil: erfrischend andere Shows ohne das Gefühl das alles schon etliche Male irgendwo gesehen zu haben. Für alle, die zufällig mal in Indien sind: diese Veranstaltung lohnt sich auf jeden Fall...

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